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HABICHTSWALDKLINIK
Klinik für Ganzheitsmedizin und Naturheilkunde
Abteilung Innere Medizin und Naturheilkundliche Ambulanz
34131 Kassel - Bad Wilhelmshöhe
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Flatulenz-Diagnostik ©
Welche
Untersuchungen helfen wirklich weiter?
„Vor
die Therapie haben die Götter die Diagnostik gestellt!“ lautet eine alte Ärzteweisheit.
Wenn immer möglich, sollte man sich um eine Abklärung der Ursachen einer
Krankheit oder Befindensstörung bemühen, um dann auch eine sinnvolle, ursächliche
Therapie in die Wege leiten zu können.
Flatulenz
gehört naturgemäß in das Gebiet der Gastroenterologie, der Wissenschaft vom
Magen-Darm-Trakt. Wenn Sie wegen
Flatulenz
den Gastroenterologen, also den
Facharzt für Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes aufsuchen, so wird er neben
einer körperlichen Untersuchung (bei der er dann den bekannten geblähten Bauch
feststellt) wahrscheinlich eine Untersuchung des Stuhles auf verstecktes Blut
sowie gegebenenfalls eine Magen- und/oder eine Darmspiegelung veranlassen. Diese
Untersuchungen sind bei Verdacht auf ein
Magen- oder Darmgeschwür, auf
Polypen,
auf
Krebs
oder weitere organisch manifeste Erkrankungen durchaus angezeigt. Bei
Flatulenz
helfen diese Maßnahmen in der Regel nicht weiter, da meist eine Störung
der Funktion, nicht aber der Struktur vorliegt. Und so wird der von
Flatulenz
Geplagte meist mit der Diagnose "Meteorismus
(Blähungen) unklarer Genese
bei Ausschluss organischer Erkrankungen", „Reizdarm“ oder "Colon irritabile" entlassen oder zum
Psychologen/Psychiater überwiesen.
Dass aus dem Stuhl wesentlich mehr Informationen als nur das möglicherweise
vorhandene versteckte Blut gewonnen werden können, steht zwar in jedem Lehrbuch
der Inneren Medizin, wird aber unverständlicherweise von den meisten Ärzten
nicht umgesetzt (oder sollte es daran liegen, dass eine
Magen-/Darmspiegelung gut abgerechnet werden kann, während eine subtile
Stuhldiagnostik das Laborbudget sprengt?). Aus diesem Grunde führen die wenigen
Ärzte, die sich damit auskennen, eine solche Diagnostik als Privatabrechnung
oder IGeL (Individuelle GesundheitsLeistung)
durch.
Flatulenz wird in unserem Gesundheitssystem eben nur als Befindensstörung
und nicht als Krankheit angesehen – und für Befindensstörungen kommen die
gesetzlichen Kassen nicht auf.
Die nachfolgend aufgeführten Untersuchungen sind sämtlich schulmedizinisch
anerkannt, wenig invasiv (eine Stuhlprobe ist zwar etwas unangenehm, tut aber
nicht weh und hat keine
Nebenwirkungen) und auch relativ preiswert (im Vergleich
etwa zu einer Darmspiegelung).
Flatulenz-Diagnostik:
Darmflora und
Pilznachweis – welche Rolle spielen Keime im Darm?
Gerade
in Naturheilkundepraxen (sowohl bei Ärzten als auch bei Heilpraktikern) wird häufig
eine Bestimmung der Darmflora und der Pilze veranlasst. Nicht selten werden dann
fehlende Keime in Form von mikrobiologischen Präparaten (so genannte
„Symbioselenkung“) zugesetzt. Pilzen – wenn nachgewiesen – hingegen wird
mit Antimykotika (Antipilzmittel) und/oder Pilzdiäten
zu Leibe gerückt.
Hierzu
einige kritische Anmerkungen: In der modernen Mikrobiologie (auch der
naturheilkundlichen) gilt der Begriff „Symbioselenkung“ inzwischen als überholt!
Alle Keime, die zugeführt werden, halten sich genauso lange wie sie zugeführt
werden – einige Tage nach Absetzen der Präparate lassen sich die
entsprechenden Keime praktisch nicht mehr nachweisen (Ausnahme: Neugeborene).
Schon von der Menge her kann man sich klarmachen, dass eine Symbioselenkung,
also eine Aufforstung erwünschter Keime oder gar ein Verdrängen schädlicher
durch „gesunde Keime“ praktisch nicht möglich ist. Ein Mikrobiologe hat
einmal errechnet, dass das Verabreichen einer üblichen Tagesdosis im Vergleich
zur ansässigen Darmflora dem Pflanzen eines einzigen Baumes im Stadtwald von
Hannover entspricht.
Ist
Mikrobiologische Therapie daher sinnlos? Nein, keineswegs. Es konnte
nachgewiesen werden, dass mit Darmbakterien oder deren Bestandteilen
immunmodulatorische Effekte erzielt werden können. Die
Immunabwehr kann also
stimuliert oder in bestimmten Fällen auch gebremst werden, z.B. bei
Darmentzündungen.
Liegt
aber eine „ökologische Störung“ vor, so bringt die Zufuhr ansonsten günstiger
Darmbakterien nicht viel, wenn die zugrunde liegende Störung nicht beseitigt
wird. Beispiel: Sie haben eine
Schwäche der Bauchspeicheldrüse. Darum werden
Fette nicht richtig verstoffwechselt. Diese erscheinen im Dickdarm, wo sie nicht
hingehören. Die Dickdarmbakterien, die Fette verdauen (Fäulnisflora) stürzen
sich dankbar auf die Fette, verdauen sie, bilden Gase und
Flatulenz, vermehren
sich und verändern so das fragile Gleichgewicht der Darmflora. Es nützt dann
überhaupt nichts, die fehlenden Gärungsbakterien „oben“ hereinzuschütten,
wenn „unten“ die Fettverdauung nicht in Ordnung ist. Wenn Sie
Bauchspeicheldrüsenenzyme (gilt nur für die
Bauchspeicheldrüsenschwäche!) zu
den Mahlzeiten einnehmen, können Fette wieder gut verdaut werden, Darmbakterien
können die Fette im Dickdarm dann nicht mehr abbauen, weil sie im Dünndarm
bereits aufgenommen wurden, und bilden keine
Flatulenz mehr. Die Darmflora
normalisiert sich. Bakterien müssen von außen gar nicht mehr zugeführt
werden.
Finden
wir Pilze – oft Candida-Pilze – im Stuhl, so
wird ein solcher Befund sehr kontrovers diskutiert. Die Einen meinen, Pilze gehören
zur normalen Darmflora und schaden gar nicht. Die Anderen halten Darmpilze für
das Gefährlichste überhaupt und sehen darin die Ursache von
Flatulenz,
Allergien,
Krebs,
Erschöpfung und vielen weiteren Erkrankungen. Um es klar zu
sagen: Es gibt bisher keine wissenschaftliche Untersuchung, die eine der beiden
Meinungen eindeutig stützt. Vermutungen, Hypothesen und Spekulationen sind Tür
und Tor geöffnet, richtig bewiesen ist nichts. Geringe Pilzbelastungen (bis zu
100 Pilze in einem Gramm Stuhl) können aufgrund ihrer Stoffwechselleistung gar
nicht in der Lage sein, größere Mengen an Gasen und damit
Flatulenz zu
erzeugen. Hohe Pilzbelastungen (100.000 bis eine Million und mehr pro Gramm)
sind als Ursache von
Flatulenz aufgrund ihrer Verdauungskraft dazu durchaus in
der Lage.
Die
richtige Behandlung wäre dann aber nicht allein die (oftmals sogar wiederholte)
Eradikation (Ausrottung) der „bösen Pilze“,
sondern die Beantwortung der Frage, warum sich Pilze immer wieder ansiedeln.
Hier sind wieder ökologische Faktoren (s.o.)
verantwortlich oder eine
Abwehrschwäche, die es zu behandeln gilt. Von obskuren „Pilzdiäten“
kommt man glücklicherweise immer mehr ab, da sie allein den Pilz nicht
verschwinden lassen, den betroffenen Patienten aber nicht selten noch mehr
schwächen als es der stärkste Pilz vermocht hätte. Eine weitgehend
zuckerfreie
Kost (denken Sie auch an
Zucker in Honig, Früchten, Trockenobst,
Fertiglebensmittel) sollte aber schon praktiziert werden, der Verzicht auf
jegliche Kohlenhydrate kann jedoch nicht empfohlen werden.
Flatulenz-Diagnostik:: Verdauungsrückstände oder Ausnutzung – wie stark ist die
Verdauungsleistung?
Die
einfachste und wichtigste Untersuchung ist für mich die Untersuchung nach
Verdauungsrückständen. Hier kann man erkennen, ob Fette,
Fettsäuren oder Stärke
nicht gut verdaut werden und so in den Dickdarm gelangen, wo sie nicht hingehören.
Im Dickdarm führen sie durch den Abbau durch die dort vorhandenen Bakterien zu
heftiger Flatulenz.
Wenn
sich Verdauungsrückstände nicht nachweisen lassen, so ist ein
Malabsorptionssyndrom praktisch ausgeschlossen, die weiteren Untersuchungen erübrigen
sich meistens. Die Diagnose eines
Reizdarmes wird wahrscheinlicher. Finden sich
aber Verdauungsrückstände, so ist irgendetwas mit der Verdauung wirklich nicht
in Ordnung. Wir haben dann eine Ursache für die
Flatulenz gefunden. Die
Ursache der Aufnahmestörung muss dann freilich noch weiter abgeklärt werden,
wozu die folgenden Untersuchungen geeignet sind. Die Untersuchung auf
Ausnutzung, die nur wenige Euro kostet, ist für mich die wichtigste Screeninguntersuchung bei Flatulenz.
Flatulenz-Diagnostik:
Pankreas-Elastase
1 - funktioniert die Bauchspeicheldrüse?
Eiweiße
und Fette können nur dann richtig verwertet werden, wenn die Bauchspeicheldrüse
gut arbeitet und genügend Enzyme bereitstellt. Liegt jedoch eine exkretorische
Pankreasinsuffizienz (Bauchspeicheldrüsenschwäche mit verminderter
Verdauungsenzymproduktion) vor, so können Eiweiße und Fette nicht
richtig gespalten werden, gelangen in den Dickdarm, wo sie mit Hilfe der dort
vorhandenen Bakterien zu
Flatulenz führen (s.o.).
Die Therapie besteht dann einfach in der Zufuhr der entsprechenden Enzyme in der
richtigen Dosierung.
Flatulenz-Diagnostik:
PMN-Elastase - liegt eine
Darmentzündung vor?
Die
PMN-Elastase ist ein Enzym, welches in weißen Blutkörperchen vorkommt. Finden
wir dieses Enzym vermehrt im Stuhl, so ist dies ein Hinweis auf eine erhöhte
Aktivität weißer Blutkörperchen im Darm. Die weißen Blutkörperchen sind die
Polizisten unserer
Immunabwehr und bei jeder Entzündung aktiv – sei es bei
der Abwehr von Krankheitserregern oder einer Autoimmunerkrankung. Bei gereizter
Darmschleimhaut lassen sich daher leichte Erhöhungen der PMN-Elastase finden.
Bei einer massiven
Darmentzündung (z.B.
Morbus Crohn
oder
Colitis
ulcerosa)
sind die Werte deutlich erhöht. Die Verdachtsdiagnose sollte dann mit einer
Koloskopie (Darmspiegelung) bestätigt werden. Bei Darmschleimhautreizungen oder
–entzündungen kommt es häufig zu
Flatulenz, weil dann meist auch die
Fettverdauung gestört ist.
Flatulenz-Diagnostik:
α1-Antitrypsin - besteht ein Hinweis auf eine
Nahrungsmittelallergie?
Dieses
Enzym ist dann oft erhöht, wenn
Entzündungen bestehen oder die
Darmschleimhautpermeabilität beeinträchtigt ist. Normalerweise können nur
sehr kleine Moleküle aus dem Darm durch die Schleimhaut in den Körper
gelangen. Große Moleküle können nur in geringer Menge die Schleimhaut
passieren. Anders ist dies bei gestörter Permeabilität, d.h. bei vergrößerter
Durchlässigkeit. Dies wird auch als leaky gut, also
als „Leck im Darm“ bezeichnet.
Durch
die vermehrte Belastung des Körpers mit Fremdeiweißen können sich dann
leichter
Nahrungsmittelallergien entwickeln, die wiederum zu einer gestörten
Fettverdauung und damit zu
Flatulenz führen. Mit schleimhautregenerierenden
und
antiallergischen Maßnahmen kann dieser Störung gut begegnet werden.
Flatulenz-Diagnostik:
Allergieteste - werden bestimmte Nahrungsmittel nicht vertragen?
Wenn
der Verdacht auf
Nahrungsmittelallergien besteht (z.B. weil bei bestimmten
Nahrungsmitteln immer wieder
Durchfälle oder Flatulenz auftreten oder weil
das α1-Antitrypsin erhöht ist), so sollte gezielt nach Nahrungsmittelallergien
gefahndet werden. Hierzu bieten sich verschiedene
Allergieteste an (z.B. RAST,
Prick). Einige naturheilkundliche tätige Therapeuten bieten umfangreiche
Allergieteste
(z.B. 180 oder 240 verschiedene Lebensmittel) an. Ob die dabei untersuchten IgG-vermittelten
Sensibilitäten überhaupt eine klinische Bedeutung haben, ist sehr umstritten.
Auch „energetische Teste“ wie z.B. Bioresonanz oder Kinesiologie
können allenfalls Hinweise geben, sind aber nicht beweisend. In sämtlichen
bisher durchgeführten Blind-Studien (das getestete Mittel wurde erst nach dem
Test aufgedeckt) oder in Vergleichsstudien zwischen unterschiedlichen
Untersuchern haben energetische Teste bisher leider völlig versagt. Nicht
selten werden Patienten durch ungezielte und nicht von darin erfahrenen
Therapeuten durchgeführte
Allergieteste unnötig verunsichert oder sogar
neurotisiert.
Jeder
Allergietest – auch offiziell anerkannte – haben falsch positive und falsch
negative Ergebnisse. Sie können also positiv sein und es liegt keine
Allergie
vor oder sie können negativ sein und es liegt doch eine
Allergie vor. Wichtig
ist, dass Sie in jedem Fall Nahrungsmittel meiden, die reproduzierbar bei Ihnen
zu
Flatulenz oder anderen
Verdauungsbeschwerden führen.
Flatulenz-Diagnostik:
Gallensäuren
- werden Gallensäuren ungenügend im Dünndarm aufgenommen und führen so zu Störungen
im Dickdarm?
Die
Leber produziert Gallensäuren, die Gallenblase speichert sie und gibt sie bei
Nahrungsaufnahme in den Dünndarm ab. Die Gallenflüssigkeit bildet eine
Emulsion aus den fettigen und wässrigen Anteilen des Nahrungsbreies. Aus
wenigen großen werden viele kleine Fetttröpfchen, die dann besser verdaut
werden können. Im Endteil des Dünndarmes werden die Gallensäuren dann wieder
fast vollständig aufgenommen. Nach Bestrahlungen im Unterleib, operativer
Entfernung des Endteiles des Dünndarmes oder wenn Dickdarmbakterien in den Dünndarm
übergewuchert sind, ist die Aufnahme der Gallensäuren mehr oder weniger stark
behindert. Die Gallensäuren gelangen in den Dickdarm, wo sie die Schleimhaut
irritieren,
Dickdarmkrebs
begünstigen (konjugierte Gallensäuren sind potente Co-Karzinogene) und zu
Flatulenz
und
Durchfällen führen können. Mit bestimmten
Medikamenten (so genannten
Ionenaustauscherharzen) können diese Gallensäuren allerdings gebunden und
somit unschädlich gemacht werden. Die Flatulenz verschwindet dann innerhalb
weniger Tage.
Flatulenz-Diagnostik:
Gluten-/Gliadin-Antikörper - liegt eineZöliakie/Sprue
vor?
Eine
Studie hat ergeben, dass bei etwa 5 % aller Patienten mit der Diagnose
„Reizdarm“ in Wirklichkeit eine
Glutenunverträglichkeit vorliegt. Gluten
ist das so genannte Klebereiweiß in Getreide. Gluten bewirkt, dass der Teig gut
zusammen haftet. Manche Menschen vertragen dieses allerdings nicht und reagieren
mit
Flatulenz und
Durchfällen auf Getreideprodukte. Da in Mitteleuropa jeder Mensch
praktisch täglich Getreideprodukte verzehrt, können die Beschwerden nicht sicher
der Ursache zugeordnet werden – anders als etwa bei
Erdbeerallergie, wenn jedes Mal und nur nach Genuss frischer Erdbeeren Bläschen
im Mundbereich oder quälende Flatulenz auftreten.
Der
Goldstandard der
Sprue-Diagnostik ist die
Dünndarmspiegelung mit Entnahme einer Biopsie (Gewebeprobe). Hier kann die
Sprue
(Zöliakie) sicher nachgewiesen oder ausgeschlossen
werden. Hinweise kann man allerdings aus Blut- oder Stuhluntersuchungen
erhalten. Im Blut können entsprechende Antikörper gegen Gluten/Gliadin
(genauer: Endomysium-AK,
Transglutaminase-AK) nachgewiesen werden. Diese
Untersuchung ist nicht ganz so sicher wie die Biopsie, ist aber weniger
belastend und kann Anlass sein für eine weitere Diagnostik oder einen
Therapieversuch. Die Therapie der
Sprue besteht im Weglassen von glutenhaltigen
Weizenprodukten. Diätberaterinnen können Patienten ausführlich über erlaubte
und „verbotene“ Lebensmittel bei Sprue informieren. Es dauert allerdings
mehrere Wochen, bis sich
Flatulenz,
Durchfälle und Gewichtsverluste durch
Sprue bessern.
Flatulenz-Diagnostik:
Atemtest auf
Laktoseintoleranz – wird Milchzucker nicht vertragen?
Wussten
Sie, dass 80 % der gesamten erwachsenen Weltbevölkerung eine
Milchzuckerunverträglichkeit
haben? Eigentlich ist die Entwicklung einer
Laktoseintoleranz
(Milchzuckerintoleranz) also das Normale für den Menschen. Dies ist auch natürlich,
denn Säugetiere trinken die Milch ihrer Mutter eben nur im Säuglingsalter. Im
Laufe des Erwachsenwerdens geht die Fähigkeit, den in der Milch enthaltenen
Milchzucker zu verdauen, verloren. Erwachsene Säugetiere und 4/5 aller Menschen
reagieren auf größere Mengen Milch oder Milchzucker mit
Flatulenz und
Durchfällen. Die weiße Rasse stellt eine Mutation innerhalb der
Menschheit dar, die auch im Erwachsenenalter Milch verträgt. Aber auch in
Mitteleuropa haben immerhin 14 % aller Erwachsenen eine
Milchzuckerunverträglichkeit.
Wenn
Sie Frischmilchprodukte wie Milch, Speiseeis, Joghurt oder Quark nicht gut
vertragen, alten Hartkäse (wenig Milchzucker) hingegen schon, dann sollte nach
einer
Laktoseintoleranz gefahndet werden. Dies geht mit Hilfe einer Provokation
mit einer größeren Menge reinen Milchzuckers (25-50 g) und anschließender stündlicher
Blutabnahme oder Abgabe einer Atemprobe. Aus den dabei ermittelten Zuckerwerten
(Blut) oder dem Wasserstoffgehalt (Atemluft) kann der Arzt erkennen, ob eine
Laktoseintoleranz
vorliegt. Die Blutuntersuchung ist etwas ungenauer, die
Atemluftprobe ist etwas aufwändiger. Wichtig ist auch das subjektive Befinden
bei dem Test: Wenn Sie nach dem Genuss des Milchzuckers eine massive Verstärkung
der Flatulenz erleben, ist eine Intoleranz wahrscheinlich und wird dann
meistens durch das Testergebnis bestätigt.
Die
Therapie besteht dann nicht in einer milchzuckerfreien Diät (Laktoseintoleranz
ist keine Allergie, bei der auch geringste Mengen nicht vertragen werden),
sondern in der Vermeidung größerer Mengen von Milchzucker. Manche vertragen 5 g
Milchzucker, andere bekommen schon bei einem Gramm
Flatulenz.
Flatulenz-Diagnostik:
Atemtest auf
Fruktoseintoleranz - wird Fruchtzucker nicht vertragen?
Bekommen
Sie nach Obst
Flatulenz und andere Darmbeschwerden? Wird der Genuss jeglichen
Zuckers nicht vertragen? Sind die Beschwerden beim Verzehr von Birnen besonders
schlimm? Dann sollten Sie an eine
Fruktoseintoleranz (Fruchtzuckerunverträglichkeit)
denken. Ebenso wie der
Laktoseintoleranz fehlt ein bestimmtes Enzym, welches
diesen
Zucker aufschließt. Da üblicher Haushaltszucker zur Hälfte aus Glukose
(Traubenzucker) und zur Hälfte aus Fruktose (Fruchtzucker) besteht, führen damit
gesüßte Speisen fast immer zu heftigen Beschwerden. Die Diagnose wird wie oben
beschrieben mit einem Blut- oder Atemtest nach einer Provokation mit
Furchtzucker gestellt. Die Therapie besteht im Meiden fruchtzuckerreicher
Lebensmittel.
Flatulenz-Diagnostik:
Die
Interpretation ist genauso wichtig wie die Diagnostik!
Es gibt mittlerweile einige Labors, die eine solch subtile Diagnostik durchzuführen
in der Lage sind. Da die Interpretation der Befunde immer auch die Kenntnis der
klinischen Symptomatik voraussetzt, sollte nur ein darin erfahrener Therapeut
solche Untersuchungen veranlassen, bewerten und die daraus notwendigen
therapeutischen
Konsequenzen ziehen. Zu oft erlebe ich noch, dass zwar eine Stuhluntersuchung
durchgeführt wurde, dort auch eine Dysbalance der
Darmflora mit (meist) einem hohen Stuhl-pH (Säure-Basen-Wert)
als Hinweis auf einen Fäulnisstuhl gefunden wurde und dann einfach die
„fehlenden“ Bakterien ersetzt werden (s.o).
Dabei handelt es sich jedoch um eine mechanistische, reduktionistische
Behandlung, die fast nie zum Erfolg führt, weil damit die zugrunde liegende Störung,
die die Fäulnisprozesse erst in Gang setzt, überhaupt nicht angegangen wurde.
Mit einer subtilen, gezielten Diagnostik und einer erfahrenen Interpretation der
Ergebnisse kann vielen Menschen mit Darmproblemen geholfen werden. Nach einer
manchmal jahrelangen Odyssee bei Ärzten, Heilpraktikern, in Akut- und Rehakliniken
können Patienten oftmals noch von ihrer
Flatulenz und sonstigen
Verdauungsbeschwerden erfolgreich befreit werden.
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Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
©
Dr. Volker
Schmiedel
Chefarzt der Inneren
Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin
(Univ. Mailand).

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Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw.
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Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in der naturkundlichen
Privatambulanz.
Alle oben
erwähnten Laboruntersuchungen können in der Inneren Abteilung der
Habichtswaldklinik oder der Naturheilkundlichen Privatambulanz durchgeführt
werden.
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Aktualisiert: Juni
2010
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